Wir haben für Sie alle Stimmen zur Verkehrsinitiative Interlaken, über die am 4. März 2018 abgestimmt wird, gesammelt. Wir haben alle Stimmen zusammengetragen, nicht nur die, die unsere Meinung oder Überzeugung repräsentieren. Wir empfehlen, mit einem klaren NEIN gegen die Initiative stimmen, weil das unserer Meinung nach der einzig richtige Weg für Interlaken ist. Aber egal wie Sie abstimmen, wir wollen, dass Sie dies so informiert wie möglich machen.Zuerst wollen wir den Initiativtext nochmal deutlich machen. Viele von uns werden von den teils guten Vorschlägen des Initiativkomitees geblendet, die aber nichts mit den Forderungen im Text zu tun haben und durch die Initiative teils verhindert würden:

Initiativtext

Der Grosse Gemeinderat wird beauftragt innert 2 Jahren einen Verkehrsrichtplan auszuarbeiten, wobei die Bahnhofstrasse und der Höheweg ganzjährig durchgehend mit Motorfahrzeugen aller Art befahrbar sind und die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Artikel online aus dem Berner Oberländer und der Jungfrau Zeitung

Leserbriefe im Print aus dem Berner Oberländer

«Unkonret und schwammig»

15.01.2018 von Sandro Häsler, Interlaken

Wer etwas ändern will, sollte bessere und realisierbare Lösungen anbieten. Im Initiativtext steht: «Der Grosse Gemeinderat wird beauftragt, innert 2 Jahren einen Verkehrsrichtplan auszuarbeiten, wobei die Bahnhofstrasse und der Höheweg ganzjährig durchgehend mit Motorfahrzeugen aller Art befahrbar sind und die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlastet werden». Als Stimmbürger ist mir ein Wunsch zum Status quo ante definitiv zu wenig.Die sogenannten Visionen des Initiativkomitees sind mir zu unkonkret und schwammig. Dass es sowohl dem Gemeinderat wie auch den Initianten ausschliesslich um den «Schlauch» geht, ist ein Armutszeugnis. Die Abstimmung am 4. März 2018 wird aber leider genau auf diese Frage reduziert. Der Zusatz «Verkehrsberuhigung in den Quartieren» ist dabei rhetorische Kosmetik.Wo sind die mutigen Ideen zur Steigerung der Lebensqualität im Zentrum Interlakens? Wieso können andernorts ganze Innenstädte verkehrsfrei gemacht werden? Nur in Interlaken scheint die Glückseligkeit an 200 Metern Strasse zu hängen.Wie die mageren Vorschläge der Initianten funktionieren sollen, wenn die West-Ost-Achse nach einer Annahme der Initiative erst durchgehend ganzjährig befahrbar ist, bleibt ein Rätsel. Mit dieser Initiative verkommt Interlaken endgültig zum Durchfahrtsort. Dass die Hochsaison in Interlaken und damit die ständige Verkehrsüberlastung etwas länger als vier Monate dauert, sollte auch Herrn Daumüller klar sein.

«Zusammenarbeit»

16.01.2018 von Werner T. Affentranger, Interlaken (zu «Den Schlauch öffnen reicht nicht»)

Wer etwas ändern will, sollte bessere und realisierbare Lösungen anbieten. Im Initiativtext steht: «Der Grosse Gemeinderat wird beauftragt, innert 2 Jahren einen Verkehrsrichtplan auszuarbeiten, wobei die Bahnhofstrasse und der Höheweg ganzjährig durchgehend mit Motorfahrzeugen aller Art befahrbar sind und die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlastet werden». Als Stimmbürger ist mir ein Wunsch zum Status quo ante definitiv zu wenig.Die sogenannten Visionen des Initiativkomitees sind mir zu unkonkret und schwammig. Dass es sowohl dem Gemeinderat wie auch den Initianten ausschliesslich um den «Schlauch» geht, ist ein Armutszeugnis. Die Abstimmung am 4. März 2018 wird aber leider genau auf diese Frage reduziert. Der Zusatz «Verkehrsberuhigung in den Quartieren» ist dabei rhetorische Kosmetik.Wo sind die mutigen Ideen zur Steigerung der Lebensqualität im Zentrum Interlakens? Wieso können andernorts ganze Innenstädte verkehrsfrei gemacht werden? Nur in Interlaken scheint die Glückseligkeit an 200 Metern Strasse zu hängen.Wie die mageren Vorschläge der Initianten funktionieren sollen, wenn die West-Ost-Achse nach einer Annahme der Initiative erst durchgehend ganzjährig befahrbar ist, bleibt ein Rätsel. Mit dieser Initiative verkommt Interlaken endgültig zum Durchfahrtsort. Dass die Hochsaison in Interlaken und damit die ständige Verkehrsüberlastung etwas länger als vier Monate dauert, sollte auch Herrn Daumüller klar sein.

«Widerspruch»

17.01.2018 von Urs Grossenbacher, Interlaken

An der kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz gesteht das Initiativkomitee ein (Ausgabe vom 11. Januar), dass die Reisecars in der Saison im «Schlauch» nicht mehr kreuzen könnten und deshalb viel früher «abzufangen» seien. Gerade dies verhindert die Initiative aber klipp und klar. Diese schreibt wörtlich vor, dass «ganzjährig durchgehend und mit Motorfahrzeugen aller Art», also auch mit mehr als 200 Reisebussen an Spitzentagen, Lastwagen, Lieferwagen etc. die Bahnhofstrasse, der «Schlauch» und der Höheweg befahren werden dürfen.Wie bekannt ist, müsste der GGR bei Annahme der Initiative diese wörtlich umsetzen, das heisst die vorgeschlagene Lösung könnte rechtlich gar nicht realisiert werden. Abgestimmt werdenkann nur mit Ja oder Nein zur Öffnung des «Schlauchs» für den gesamten Verkehr oder für die Beibehaltung des jetzigen Zustandes.Ich hoffe, dass dies jedem Abstimmenden bewusst ist.

«Verkehr wird in die Quartiere geleitet»

17.01.2018 von Patrick Müller, Interlaken (zum Leserbrief «Zusammenarbeit»)

Der Durchgangsverkehr in Interlaken wird mit der Teilschliessung des Höhewegs nicht verhindert, sondern in die Wohnquartiere geleitet. Das Nordquartier wie auch das Westquartier leiden besonders unter der Umleitung des «Schlauches». Anstelle einer grossräumigen Umfahrung wird zugunsten einiger privilegierter Geschäftsinhaber der Verkehr bewusst in die Wohnquartiere geleitet. Die grossräumige Umfahrung kann mittels unterschiedlicher Geschwindigkeitsregimes einfach realisiert werden.Es ist mir unerklärlich, wieso eine Begegnungszone mit Tempo 20 km/h, wo der Fussgänger und nicht das Auto vortrittsberechtigt ist, in den Wohnquartieren Interlakens keine Verwendung findet.Ich möchte darauf hinweisen, dass sich die touristischen Angebote nicht auf die Betriebe am Höheweg beschränken. Etliche KMU, Familienbetriebe und kleine Hotels sind auf ein funktionierendes Gesamtverkehrskonzept angewiesen.Ich gebe Herrn Affentranger aber zu 100 Prozent recht, dass das Verkehrsproblem zusammen mit den umliegenden Gemeinden gelöst werden muss. Ein neuer Verkehrsrichtplan, wie von der Initiative gefordert, bietet uns die Möglichkeit, ein neues Gesamtkonzept zusammen mit Matten und Unterseen zu realisieren. In diesem kann erstmals ein kongruentesCarkonzept einbezogen werden. Die Zustände mit Reisecars wie in der Harderstrasse oder am Ostbahnhof sind für uns Interlakner eine Zumutung.

«Gar nicht nötig»

18.01.2018 von Ruedi Simmler, Interlaken (zum Leserbrief «Verkehr wird in die Quartiere geleitet»)

Patrick Müller, einer der Initianten der Verkehrsinitiative, macht in seinem Leserbrief durchaus bemerkenswerte Vorschläge bezüglich Temporegime in einzelnen Quartieren und Einbezug der Nachbargemeinden Matten und Unterseen. Was er aber unterschlägt, ist die Tatsache, dass alle notwendigen Verkehrsmassnahmen im Rahmen des bestehenden Verkehrsrichtplans entweder bereits realisiert sind oder in Angriff genommen werden könnten.Indirekt gibt er damit zu, dass die Verkehrsinitiative gar nicht nötig ist. Vielmehr würde diese bedingen, dass alles wieder von vorn begonnen werden müsste. Bis zu einer möglichen Umsetzung eines neuen Verkehrsrichtplans würden wertvolle fünf bis zehn Jahre verstreichen und unnötig viele Steuergelder für Planungsarbeiten ausgegeben werden.Bei einem Nein zur Verkehrsinitiative kann die Weiterarbeit am bestehenden Verkehrsrichtplan hingegen am 5. März sofort gestartet werden, also ohne unnötigen Zeitverlust. Die umfassenden Grundlagen dazu hat die nicht ständige Kommission Verkehr bereits geliefert.

«Ja zum ‹Schlauch›»

18.01.2018 von Stefan Häsler, Interlaken (zum Leserbrief «Verkehr wird in die Quartiere geleitet»)

Die Häsler AG ist seit Jahrzehnten am Höheweg in Interlaken ansässig. Derzeit bewirtschaftet und verwaltet die Firma erfolgreich ihre eigenen Liegenschaften am Höheweg und an der Jungfraustrasse – Wohnungen, Ladengeschäfte und Arztpraxen.Ein verkehrsfreier «Schlauch» hat unserer Ansicht nach ausschliesslich positive Auswirkungen, und zwar nicht nur für den Höheweg, sondern für ganz Interlaken. Der betroffene Abschnitt bietet sehr enge Platzverhältnisse, sodass der Verkehr nur schwer kreuzen kann. Namentlich im Zusammenhang mit dem öffentlichen Verkehr wird die Situation rasch prekär und gefährlich. Ein verkehrsfreier «Schlauch» ermöglicht eine weit grössere Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer: Passanten, Fahrräder, Postautos und Zubringer. Namentlich in der Hauptsaison ist der Höheweg zudem durch Touristen und Einheimische stark frequentiert.Der Abschnitt wertet als verkehrsfreier Raum, in welchem gemütlich flaniert und stressfrei eingekauft werden kann, Interlaken als Ganzes auf. Die Ruhe für die Anwohner, aber auch für die ansässigen Geschäfte und Restaurants ist ein weiterer Vorteil. Dies haben uns einzelne direkte Rückmeldungen unserer Mieterinnen und Mieter bestätigt.Die Zufahrt für den öffentlichen Verkehr sowie für Zubringer ist mit der bestehenden Regelung weiterhin sichergestellt.Aus den oben genannten Gründen befürworten wir einen verkehrsfreien «Schlauch» und empfehlen die Ablehnung der Initiative «Keine Verkehrsverlagerung in die Wohnquartiere».

«Interlaken ist nicht Zürich – oder doch?»

26.01.2018 von Stephan JJ. Mäder, Interlaken

Viele Leser erinnern sich ans Limmatquai in Zürich der Neunzigerjahre – damals unvorstellbar ohne privaten motorisierten Verkehr. Und heute? ÖV, Taxis und Notfall passieren dort nebst Fussgängern und Velofahrern. Zürich ist immer noch pulsierend, ist aber in seinem Zentrum attraktiver geworden.Oder erinnern Sie sich an die freie Durchfahrt in der Berner Altstadt, im Bälliz Thun, im Zentrum von Gstaad? Überall hiess es unisono, es sei nicht möglich. Und heute – dank dem Willen und der gegenseitigen Rücksicht konnten die Zentren verkehrsberuhigt werden. Dies mit der Bedingung, dass nicht jedes Geschäft und jedes Gebäude mit dem eigenen Auto erreicht werden kann und Touristen wie Einheimische ein paar Meter vom nächstgelegenen Parkplatz oder Parkhaus laufen müssen.Wir setzen uns mit unserem Engagement seit 2001 auf dem Bödeli in den damals renovationsbedürftigen Gebäuden für einen nachhaltigen Qualitätstourismus ein. Massentourismus oder Gäste, welche um 21 Uhr abends einchecken und am nächsten Morgen um 5 Uhr bereits zum nächsten Reiseziel aufbrechen, stehen nicht in unserem Fokus. Umso mehr sind wir interessiert an einem verkehrsberuhigten Ortszentrum und interessanten, vielfältigen Geschäften und Restaurants, verkehrsberuhigt von Ost- bis Westbahnhof, eben so wie in Zürich vom Central zum Bellevue.Kann da Interlaken nicht anderen Vorbildlösungen nacheifern?

«Wenig durchdachte Zwängerei»

27.01.2018 von Peter Boss, Interlaken

Vielleicht werden die Geschichtsbücher in fünfzig Jahren – wenn es bis dahin noch Geschichtsbücher gibt – unsere heutige Zeit als Periode des Abbruchs, des Trotzes, der Scheidungen und Kündigungen bezeichnen. Donald Trump kündigt Abkommen gleich reihenweise und lässt sich beim Unterschreiben filmen, wie wenn er beweisen müsste, dass er schreiben kann; Therese May löst England in schmerzhaftem Prozess aus Europa, mit unklarer Zukunft; und die SVP versucht ein übers andere Mal, internationale Verträge bis hin zu den Menschenrechten schlechtzureden und aufzukündigen.In wenigen Wochen werden wir darüber abstimmen, ob wir unser Schweizer Radio und Fernsehen beerdigen wollen, und die Totengräber versprechen uns, die Leiche werde ohne Nahrung zu neuem Leben erwachen.Zwar hinken Vergleiche immer. Aber am gleichen Wochenende entscheiden wir hier, ob wir eine Verkehrsführung, die wesentliche Verbesserungen brachte, zugunsten einer wenig durchdachten Zwängerei wieder aufheben wollen. Postplatz und Savoykreuzung lassen grüssen!Man kann nur hoffen, dass die Stimmbürgerinnen und -bürger den jeweiligen Initiativtext genau lesen und sich nicht von vagen Versprechen beeinflussen lassen.Es gibt weder eine ideale SRG noch eine ideale Verkehrsführung. Pauschalkritik ist einfach. Aber diese beiden Initiativen bringen – von Partikularinteressen abgesehen – nur Nachteile!

«Anonyme Post»

06.02.2018 von Irene Thali, Interlaken

Politische Promopost, die so ungefragt in jedem Haushalt landet – Stopp-Aufkleber hin- oder her –, zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Besondere Freude hat mir der Flyer «134 Meter gegen die Zukunft?» bereitet. Im Gegensatz zu anderer Propaganda lässt sich ich hier der Absender nicht ausmachen. Auch eine Nachfrage bei der Post ergibt nichts. «Wir überprüfen die Flyer nur auf rassistische und sexistische Inhalte. Die Promopost kann anonym aufgegeben werden, aber was hat der Absender davon, wenn er nicht erkannt wird?», lässt mich die freundliche Dame an der Hotline wissen.Ja, was hat der Absender davon? Was soll der Flyer überhaupt? Wer ihn liest, erfährt nicht, wofür er denn mit diesem grossen Ja abstimmen soll, wo und wann . . . Da scheinen die wichtigen W-Fragen in der Hitze des Gefechts untergegangen zu sein. Nur für eine gute Zukunftslösung solle man einstehen, einen visionären Neustart wagen und sich gegen die Vernichtung von Steuermillionen wehren, rät mir der Papierfetzen.Schön und gut. Ich kann eins und eins zusammenzählen und merke, dass mir das Papierchen ein Ja für die Wiedereröffnung des Schlauchs nahelegt. Meine Meinung ist gemacht. Es wird ein Nein geben. Die Gründe dafür wurden in den Leserbrief- und Kommentarspalten bereits mehrfach genannt. Ich brauche das nicht zu wiederholen. Was mich befremdet, ist die anonyme, unprofessionelle Ansprache – diese traue ich den Initianten nicht zu, zumal sie ja bei ihrem Anliegen von einer Bürgerbewegung sprechen. Und wer das Volk im Rücken hat, braucht sich nicht zu verstecken, oder?Man kann die Frage auch andersrum stellen: Wer profitiert wohl von einem offenen Schlauch und einer direkten Verkehrsanbindung für die über 200 Reisecars, die unsere Gemeinde täglich beehren?

«Flanierzone gegen 200 Reisecars»

06.02.2018 von Antonie Meyes Schürch, Interlaken

Letzte Woche landete ein Flyer «134 Meter gegen die Zukunft?» in den Interlakner Briefkästen. Die Initianten verlangen die freie Durchfahrt von Reisecars und Lastwagen durch das verkehrsberuhigte Dorf. Das Versprechen, den Verkehr nicht in die Quartiere zu verlagern, können und wollen sie mit ihrer Initiative nicht einhalten. Aus rechtlichen Gründen kann das gar nicht mit einem neuen Verkehrsrichtplan erreicht werden.Die Initianten sind offenbar mit viel Geld ausgestattet. Mit viel Pomp verwischen sie die fatalen Auswirkungen ihrer Initiative. Wir Interlakner – und es geht hier um uns und nicht um Matten oder Unterseen – verlieren bei Annahme der Vorlage unsere Flanierzone. Diese Flanierzone ist länger als 134 Meter. Sie umfasst auch den ganzen Bereich entlang der Höhematte: das Herzstück unseres Dorfes. Eine Annahme der Initiative vernichtet Steuermillionen und nicht umgekehrt.Aber eben: Geld regiert die Welt. Mit wäre lieber, unser Dorfherz zu behalten.

«Ein Trugschluss»

06.02.2018 von Marianne Bühler, Interlaken

Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass man mit einem offenen Schlauch die Probleme in den Quartieren lösen kann. Im Gegenteil, wir ziehen noch mehr Durchgangsverkehr ins Zentrum, und dann werden alle Strassen verstopft sein.Wir haben genügend Umfahrungsmöglichkeiten, wo man zügig fahren kann. Wir müssen diese nur nützen.

«Das Märchen der 200»

06.02.2018 von Patrick Müller, Interlaken

Das Initiativkomitee kann bestätigen, dass der Flyer, der am Freitag den Bewohnern Interlakens zugestellt wurde, nicht aus der Feder des Initiativkomitees stammt. Es freut uns, dass weitere Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik einstehen. Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist unter Art. 16 der Bundesverfassung geschützt. Anstatt sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen, wird der Absender des Flyers schlechtgemacht. Unsere Demokratie basiert auf dem Respekt der Meinungsvielfalt, und deren Untergrabung ist in keinem Falle erstrebenswert.Das oberste Ziel der Initianten ist die Ausarbeitung eines neuen Gesamtkonzepts. Zum ersten Mal wird im Verkehrsrichtplan ein so dringend benötigtes Reisecarkonzept Platz finden. Situationen wie auf dem Ostbahnhofplatz, in der Rosenstrasse und in der Harderstrasse bedürfen zwingend einer Lösung.Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass der politische Wille zur Bewältigung der Verkehrsprobleme inexistent ist. Bei einer Ablehnung der Initiative bleibt der Status quo bestehen, denn durch Zauberhand ist eine Verbesserung des Verkehrsflickwerks nicht zu erwarten.Nur mit der Annahme der Initiative schaffen wir die Möglichkeit, die Quartiere vom Verkehr zu entlasten. Sie bietet die einzige realistische Chance, die Lebensqualität in unseren Wohnquartieren zurückzugewinnen und Anliegen wie Velostreifen, Fussgängerquerungshilfen und Begegnungszonen zu realisieren. Es ist Zeit, dass die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden.

«Nur im Interesse der Uhrenhändler»

08.02.2018 von Gerda Diegel, Wabern

Ich halte mich häufig im Berner Oberland auf und freue mich immer, in Interlaken auf der Terrasse des «Schuh» dem bunten Treiben am Höheweg zuzuschauen.Erfreut habe ich festgestellt, dass sich das Interlakner Zentrum seit ein paar Jahren verkehrsberuhigt hat, das heisst, dass nicht mehr Unmengen von Reisecars und Autorowdies den Höheweg bevölkern, was sich für einen so attraktiven Fremdenverkehrsort auch nicht gehört.Nun höre ich von einer Initiative, die alle Fahrzeuge wieder ohne Einschränkung mitten durchs Zentrum fahren lassen will – also die Reisecars und den sonstigen Durchgangsverkehr – und dies Tag und Nacht! Diese absolut nicht dem Zeitgeist entsprechende Initiative kann wohl nur im Interesse der zahlreichen Uhrenhändler am Höheweg sein, die jährlich Hunderte von Millionen umsetzen und ihre Kundschaft direkt vor ihren Läden ein- und aussteigen lassen wollen.Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Interlakner Bevölkerung diese kommerziellen Interessen wirklich teilt.

«Kein Raum für Abweichungen»

09.02.2018 von Bernhard Staehelin, Interlaken

Im Text steht: ». . .wobei für Motorfahrzeuge jeder Art der Höheweg ganzjährig durchgehend befahrbar wird. . .» Und genau über das wird abgestimmt.Wenn das Initiativkomitee ein Einbahnregime im «Schlauch» vorschlägt, so ist das mit dem Initiativtext nicht kompatibel. Es wäre nicht mehr ganzjährig durchgehend. Wenn auch der jetzige Zustand Verbesserungspotenzial in sich birgt, bei der Initiative ist der Text massgebend für lange Zeit und gibt keinen Raum für kleine Abweichungen.Also Mitbürger, an die Urne: Wer die 40-Tönner-Holz- und -Betontransporte im «Schlauch» begrüssen will, auch die 300 Reisebusse pro Tag, dazu den öffentlichen Verkehr (Kutschen sind nicht willkommen, da keine Motorfahrzeuge), alles natürlich ohne Fussgänger (über Fussgänger steht im Text nichts!), der lege ein Ja ein.

«Wer das glaubt, ist blauäugig»

09.02.2018 von Christoph P. Reber, Interlaken

Wer das verkehrspolitische Risiko scheut, muss ganz eindeutig Nein zur Verkehrsinitiative sagen. Wer glaubt, ein neuer Verkehrsrichtplan würde unsere Interlakner Verkehrsprobleme regeln, ist blauäugig. Ein solcher Prozess erfordert bis zur Umsetzung mindestens fünf bis zehn Jahre. Bis dann versinkt unser Verkehr wieder in mittelalterlichen Zuständen. Lösungen, die die Quartiere entlasten, sind während dieser Zeit kaum möglich. Und ein offener «Schlauch» wird nicht die gewünschte Entlastung bringen.

«Unerwünschte Zunahme»

09.02.2018 von Vasco Zlatareff, Interlaken

Eine Öffnung des «Schlauchs» wird sicher keine Entlastung des Verkehrs in den Wohnquartieren bringen, sondern es wird eine unerwünschte und sehr grosse Zunahme des Bus- und des Privatverkehrs ab Migros-Kreisel in Richtung Bahnhofstrasse und Höhematte erfolgen. Und das wollen wir doch nicht!Der unerwünschte und für Anwohner problematische Busverkehr vom Busparkplatz vis-à-vis Aarecafé durch die Harderstrasse könnte mit einer einfachen Massnahme in Richtung Höhematte umgeleitet werden, nämlich wenn die Harderstrasse für Busse gesperrt würde.

«Eine Frage des Vertrauens»

10.02.2018 von Boris Bäsler, Interlaken

Ich sehe ein gutes und tragendes Argument für die Verkehrsinitiative Interlaken: «Es ist auch eine Frage des Vertrauens.» Viele sind zu Recht unzufrieden mit der Verkehrspolitik und der daraus resultierenden Verkehrssituation in Interlaken. Sie vertrauen nicht mehr darauf, dass die Verantwortlichen die Situation verbessern können.Wenn die Verkehrspolitik in Interlaken nicht gut ist, nicht alle Interessen vertritt, muss man nicht alles einreissen und von vorne beginnen. In zwei Jahren sind Wahlen. Gebt den Verantwortlichen diese Zeit, zu zeigen, ob sie eben doch was für ihre Wähler bewegen können. Die dann Gewählten können auch ohne neuen Verkehrsrichtplan die Bedürfnisse ihrer Wähler mit einer passenden Verkehrspolitik umsetzen.Viele Ideen, die von den Befürwortern der Initiative ins Feld geführt werden, sind hervorragend. Leider werden sie vom Initiativtext explizit verhindert: Ein Fahrverbot für LKW und Reisecars auf der Bahnhofstrasse und dem Höheweg, Reisecars am Ortseingang abfangen? Geht nicht, weil «ganzjährig durchgehend mit Motorfahrzeugen aller Art befahrbar» im Initiativtext steht. Den «Schlauch» nur für den (lokalen) Individualverkehr öffnen? Geht aus demselben Grund nicht. Beide Lösungen wären bei einer Ablehnung der Initiative möglich.

«Grösseres Chaos»

13.02.2018 von Albert Lüthi, Interlaken

Meine Frau und ich sind sehr oft auf der Höhewegpromenade unterwegs. Wir stellen fest, dass es seit der Einführung des Fahrverbots für PW, Cars und Lastwagen auf dem Höheweg viel ruhiger geworden ist. Auf unserer einzigartigen Höhepromenade können Gäste und Einheimische ohne grosses Verkehrsaufkommen gemütlich wandern. Es ist erfreulich, dass man auch viele Mitbürger aus den umliegenden Gemeinden trifft, die sich hier ebenfalls wohlfühlen, die man grüssen und mit denen man oft auch Gespräche führen kann.Ich finde es gut, dass nur noch der öffentliche Verkehr, Velofahrer und die Kutschen den «Schlauch» befahren dürfen. So kann man bei grossem Fussgängeraufkommen, was es erfreulicherweise oft gibt, auch mal auf die Strasse ausweichen und hat so genügend Platz.Sollte der «Schlauch» wieder für alle Fahrzeuge geöffnet werden, sehe ich grosse Probleme. Es wird unmöglich sein, diesen Durchgangsverkehr, vor allem auch mit den vielen Cars und den Lastwagen, durch diese enge Passage fahren zu lassen. Die Initianten schreiben in ihrer für eine Gemeindeabstimmung überdimensionierten Werbung, dass «schluss mit dem Chaos» sein müsse. Es würde ein noch viel grösseres Chaos geben, wenn die Initiative angenommen würde. Zudem rufe ich alle Bürgerinnen und Bürger, auch aus unseren Nachbargemeinden, auf, das Zentrum weiträumig zu umfahren und nur gezielt ins Zentrum auf die Parkplätze oder in die Einstellhallen zu fahren. Parkplätze gibt es in Interlaken genug.

«Hands aufs Herz»

13.02.2018 von Beat Hassenstein, Interlaken

Jetzt ist es so weit: Das Abstimmungsmaterial für den Urnengang Anfang März ist zugestellt, und nun gilt es zu entscheiden, was Sache ist. Um in solchen Situationen die richtige Wahl zu treffen oder mindestens zu hoffen, dass man diese getroffen hat, braucht es eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Sachlage. Hand aufs Herz, haben Sie das auch so gemacht, oder lassen Sie sich durch die Propaganda der verschiedenen Lager beeinflussen? Natürlich gilt es alle Meinungen, soweit sie sachlich sind, zu respektieren. Trotzdem, Argumente können in verschiedenen Formen verkauft werden. Sich nicht blenden lassen ist wohl nicht die schlechteste Methode, richtig zu entscheiden.Mir scheint, dass der Bezug zu den in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen auch ein guter Weg sein kann. Vergleichen wir die Zeit vor der jetzigen Situation ohne offene Verkehrsverbindung zwischen West und Ost, müssten einem doch unweigerlich die chaotischen Bilder der Vergangenheit wieder vor die Augen kommen! Hand aufs Herz, wollen wir das wirklich erneut erleben, und das noch in verstärktem Masse? Hat doch der Verkehr in der Zwischenzeit dank dem florierenden Wirtschaftsstandort Interlaken wesentlich zugenommen.Die Zeit ist unser Verbündeter, und diesen Vorteil dürfen wir nicht aus der Hand geben. An der Feinarbeit zugunsten der Wohnquartiere muss intensiv weitergearbeitet werden, aber Hand aufs Herz, brauchen wir dazu ein so grosses Risiko, wie dies die Öffnung des «Schlauchs» zur Folge hätte?

«Lebensqualität»

14.02.2018 von Rita Kämpf, Interlaken

Liebe Interlaknerinnen und Interlakner, lasst euch nicht Sand in die Augen streuen von den Gegnern der Initiative! Was ist denn mehr Lebensqualität? Im Schlauch zu flanieren oder weniger Verkehr, Lärm und Abgase vor Eurer Haustüre – und zwar Sommer und Winter, Tag und Nacht? Es kann doch nicht so schwierig sein, einen neuen Verkehrsrichtplan mit den Nachbargemeinden zu erarbeiten, der an die heutige Verkehrs- und Tourismussituation angepasst ist. Deshalb ein klares Ja zur Initiative.

«Sämtliche anderen müssen leiden»

14.02.2018 von Barbara Stäger, Matten

Da werden Leserbriefe geschrieben, welche ankünden, dass ein Chaos entstehen wird, wenn der Schlauch wieder öffnet. Es wird mit «lustigen» Zahlen Angst eingeflösst, dass 200 Busse im Tag durchfahren werden. Es ist egal, ob 50 oder 200 Busse durchfahren. Fakt ist: Sämtliche anderen Neben- und Hauptstrassen müssen wegen diesen 140 Meter leiden. Ich empfehle Ihnen, mal an neuralgischen Stellen, die «gute» Luft zu riechen. Niesen-, Blumen-, Flora-, General-Guisan-, Bahnhof-, Waldegg-, Alpen-, Harderstrasse, aber auch Marktgasse und zig andere Strassen «profitieren» von diesem tollen Verkehrskonzept. Was niemand erwähnt: Die grosse Bleikimatte (Gemüsehändler Jametti) wird überbaut – dann gibt es noch mehr Puff. Mein Tipp an die Gemeinde: Besuchen Sie ein historisches Städtli in Italien – dort schaffen die Italiener ein brauchbares Verkehrskonzept, und zwar mit engeren Gässchen, als wir es haben.

«Gesamtbild egal»

23.02.2018 von Barbara Zurbrügg, Interlaken

Eine Annahme der Verkehrsinitiative in Interlaken führt weder zu sichereren Verhältnissen für Fahrradfahrer noch zu sichereren Schulwegen, wie behauptet wird, ganz im Gegenteil. Sicher ist lediglich, dass die Initianten mit sehr viel Geld (Plakate, Flyer, ganzseitige Zeitungsinserate) eine uneingeschränkte Zufahrt der Touristenbusse zu den (Uhren-)Geschäften am Höheweg erreichen wollen und ihnen das Gesamtbild von Interlaken eigentlich egal ist.

«Sichere Routen»

27.02.2018 von Thomas Fuchs, Vorstand Pro Velo Bödeli

Zwei kürzlich erschienene Flyer zur Gemeindeinitiative Interlaken könnten einen Bezug herstellen zwischen der Initiative sowie Organisationen wie Pro Velo Bödeli, die sich für den Langsamverkehr einsetzen. Pro Velo Bödeli hat nichts mit der Initiative zu tun und sieht in deren Annahme eine Gefahr für bestehende und im Rahmen des Crossbow-Richtplans vorgesehene, weitere sichere Velorouten durch Interlaken.Eine Zustimmung der Initiative würde nicht nur die Veloplanung, sondern die gesamten bisherigen Verbesserungen zum Verkehrsregime Bödeli-weit zunichtemachen. Bei der Rückversetzung des Schlauchs und des Höheweges in eine Durchgangsachse für alle Fahrzeuge, würde es keine direkte Ost-West-Veloroute mehr durch Interlaken geben. Diese Verbindung ist heute bei allen Velofahrenden äusserst beliebt und vor allem für Schulkinder sehr wichtig, die zwischen ihrem Wohnort und den Bildungsstätten pendeln.Ganz im Gegensatz zur Behauptung im Flyer würde bei einer Annahme der Initiative die Verkehrssicherheit nicht zu-, sondern abnehmen und die schwächsten Verkehrsteilnehmenden am meisten benachteiligen. Der Vorstand von Pro Velo Bödeli ist deshalb der Ansicht, dass die Annahme der Initiative ein grosser Rückschritt für das Verkehrsregime von Interlaken bedeuten würde. Der Vorstand steht zum Crossbow-Projekt und unterstützt die Bödeli-Gemeinden weiterhin beim raschen Ausbau von weiteren, velotauglichen Wegen.Aus Sicht von uns Velofahrenden können wir der vorliegenden Initiative nicht zustimmen.

«Ein laues Lüftchen»

01.03.2018 von Paul Roth, Interlaken

Von Behörden zu hören, dass sie mit «höchstem Hochdruck» an einer nachhaltigen Verbesserung der leidigen Verkehrssituation in Interlaken (respektive Unterseen/Interlaken/Matten) arbeiten, ist erfreulich. Ich hoffe, dass die unter dermassen «höchstem Hochdruck» stehende Denkfabrik dem drohenden Überdruck standhält. Doch der Denkfabrik ist nach Jahr und Tag lediglich ein laues Lüftchen entwichen, nicht der grosse Wurf einer visionären, zukunftsgerichteten und nachhaltigen Lösung zur Verkehrsverlagerung des Durchgangsverkehrs weg aus den Wohnquartieren aussenherum.Der «Schlauch» ist seit drei Jahren für den Privatverkehr geschlossen. Nach den behördlich verfügten Verkehrsmassnahmen wird der motorisierte Verkehr teils durch bisher ruhige Wohnquartiere umgeleitet. So fahren jetzt die «200 Reisecars», Lastwagen jeder Grösse, nebst Personenwagen und Motorrädern zum Beispiel durch die Rosenstrasse und die General- Guisan-Strasse zur Waldeggstrasse. Selbst die vor Jahren zu einer verkehrsberuhigten Strasse umgebaute General-Guisan-Strasse ist heute vom Migroskreisel bis zur Waldeggstrasse eine viel befahrene Durchgangsstrasse.Mit dem seither gestiegenen Verkehrsaufkommen im zuvor ruhigen Wohnquartier hat die Lebensqualität einen Rückschlag erlitten. Die nachweislich zunehmende Staubablagerung in der Wohnung ist ein weiteres Ergebnis der verordneten Massnahmen. Gleichzeitig ist auch der Schulweg für die Schulkinder unsicherer geworden, weil schier unzählige Autofahrer vor verkehrsberuhigenden Inseln den Gegenverkehr nicht abwarten mögen, sondern unter Benutzung des Trottoirs weiterfahren – bei gleichzeitig auf dem Trottoir gehenden Schulkindern!

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